Das Heimatmuseum informiert:

Leiwe Landsluie !

In lesten Jahre konne eck keine Iutstellunge in `n Museum maken, weil ja dä Boikers iut de eolen Schäale da under ekumen würn. Ierst in kommenden Froihjahr kumet dä Boikers wier in de eole Schäale terügge. Denne hebbe eck wier Platz in Museum un ett geiht wier ümme.

Eck hebbe vorr, ne Kunst- und Hobby-Iutstellunge te maken for alle Inwuhners in Gränau un Urtsdäile, dä en besonneret Hobby hebbet und dat we in iusenMuseum wöisen könnt.

Ett mott in dä Vitrinen rinterpassen. Ne ganze Treckersammlunge geiht nich, dat is klar.

Also miemaken und jöck böi meck melden aw 1.2.2018. Telefonn: 05182-529911

Eck wünsche jöck gladde Wöihnachten und en giuet nöiet Jahr mie viel Gesundheit buben an !


Heiher könnt Sei noch mäihr uber Brüggen läisen in iusen eolen Platt. Dat könnt Sei doch verstahn!

 

 

          Uber 1075 Jahre Brüggen an de Leine  (Ostfälisches Platt von Werner Sührig, Dez. 2017)

 

Ja, Brüggen, möin Heimatdorp, is eold ass Methusalem, awer kein betjen senil. Und: Brüggen kann söin heoges Older säagar bewöisen. Heiher upp den Könnigshowwe Brüggen hett dä Grünner von`n Höiligen Römischen Röike duitscher Natscheon, Könnig un Kaiser Otto, de Greote, veir Iurkunnen iutestellt. Dat ierste Mah an de Jahreswenne 936/937.  In August 936 was hei ierst in Aachen täun Duitschen Könnig von den greoten Försten von`n Röike bestimmet wurn un Enne Dezember was hei all in iusen leiwen Brüggen. Wöiere Iurkunnen stammet von 955, 961 und 965. 965 was Otto all Kaiser. 962 hett ne de Papst in Rom dä Kaiserkrune uppesettet. Dä Könnige in froihen Middelolder dä harren ja keine Residenz an einen Urt, dä sind von Könnigshoww täa Könnigshoww mie ühren Howwstaat erien und efoiert un hebbet denn da lojöiert. Wenn dä Könnig mie söinen Howwstaat underweggens was, denn würn dat föiwhunnert bet diusend Minschen. Alle düsse Luie moste dä Könnigshoww versorgen. Nich nur dä Minschen, eok dä vielen Päre. Darümme was dä Könnigshoww Brüggen ümme dat Jahr Diusend 15.OOO Hannaubersche Morgen greot un recke uber Banteln un Lehde (later Gränau) bet nah Hemmendorp. Dat sind huite balle 4.ooo ha . Naja, genaug wille Swöine un Hörsche gaw ett vorr uber Diusend Jahren ja in Siebenbarg un in Külwe. Un iuse Leine was vull mie Hechten un Lachsen. Denn mosten dä Brüggenschen Fischersluie un Jägers Dag un Nacht leos, ümme genäag forr den Könnig un söinen greoten Howwstaat uppen Disch bringen te können. Dä Howwstaat un söine  heochwuhlgeburnen Mannsminschen un Früsluie würn jümmer smachtig, säa ass de lüttjen Luie eok. Könnig Otto`s ierste Friu Edgitha was in Brüggen und söine tweite Friu Adelheid

von Burgund eok.      


Brüggen hett können in Jahre 1937 dat diusendjährige Jubelfest föiern. Mie daböi was eok dä duitsche Tennisbaronn Gottfried von Cramm, dä in Brüggen tesammen mie söine sess Bräaers uppen Ellmannshowwe (Edelmannshof) dä Kinner- un Jugendtöit verliebet hett. Ass Gottfried niegen Jahre eold was, hett ühne en Pärd in de rechte Hand ebetten un ett moste dat ierste Glied von söin Wöisefinger ampetöiert wiern. Aber dat hett ne böin Tennis nich behinnert. Hei konne Tennis ass en Weltmester spielen, awer Wimbeldon hett hei bleos in Gemischenten Dubbel mie Hilde Krahwinkel gewunnen, nich einmah ass Einzelspieler. Mie söinen eleganten Spiel un söinen fair play was hei awer weltbekannt. In Museum hebbet we 2016 ne Gedächtnisiutstellunge täa söinen 40. Deoesdag ewöiset.  


Dä Grafendochter Jutta von Steinberg fröie 1906 Fröiherrn Dr. Burchardt von Cramm un de Brüggenschen Besitzungen keimen an dä Famölie von Cramm, dä in Ölber an witten Wege ühren Stammsitz hett.

Herr upp Brüggen is van dage Aschwin Freiherr von Cramm (genannt Assa). Söin Suhn Oliver von Cramm bewörtschaftet den landwörtschaftl. Betrieb. 1936 verluben seck heiher Kronprinzessin Juliana der Niederlande mie Bernward zur Lippe-Biesterfeld. Eok Hannaubersche Könnige, dä ter glöiken Töit ja eok Könnige in England würn, hebbet Brüggen besocht un in der Postkutschentöit twüschen 1741 un 1852 is balle dä halbe europäische Adel un Hochadel dür Brüggen efoiert. Dä Boss von den Könniglich-Inglischen Büro in London was einmal eok einer der Heren von Steinberg. Wenn dä von Brüggen bet London foihre, denn diure dat mie Postkutsche un Schepp veier Dage. Dat mott`n seck mah vorrstellen. Veier Dage !     



Ett geibe ümme Brüggen noch viel täa vertellen. Awer eins will eck niun noch seggen und dat will eck eseggt hebben. Wöi hebbet vorr föiw Jahren in Brüggen dat 1075ste Jubelfest eföiert. Un ett was gladde dat Fest. Niun sind we ja seit November 2016 dür Gesetz en Stadtdäil von Gräanau ewuren.  Awer eck wünsche iusen eolen Brüggen, dat eok dat Ölbenhunnert-Jahr-Fest in Jahre 2037 noch giut eföiert wiern kann un dat dür dat globale Uppwärmen von iuse leiwen Iere nich dä Nord-Sie-Strand bet an de Sieben Barge recket. Wat würe dat forrn Mallöier. Awer denn könne de TSV wennigstens ne Waterballmannschaft eoder ne Diuksparte uppmaken, von en greoten Anleger forr Siegelscheppe awweseihn. Nee, man kann`r nich mah uber lachen. Ett ist te iernst, denn dat Gletscher-Öis biet un biet (taut und taut).

Eck segge munter blöiben un bleos an giuen Eolen… wisseheolen !!!

 



 

Tennisbaron Gottfried von Cramm

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Gottfried von Cramm und Hilde Krahwinkel
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Heimatpfleger Werner Sührig (3. v. l.) erklärt Einzelheiten zu Gottfried von Cramm

Gottfried von Cramm „Tennis-Baron und nobler Verlierer“

Gedächtnisausstellung zum 40. Todestag im Heimatmuseum Brüggen

 

Gottfried von Cramm, der Tennis-Baron, der am 09. November 1976 nach einem tragischen Verkehrsunfall auf dem Weg in das Kairoer Krankenhaus verstarb, gilt als einer der besten Tennisspieler, der in Wimbledon aber nie einen Einzeltitel gewonnen hat. Verehrt und gefeiert wurde der Gentleman vor allem wegen seiner Haltung auf und neben dem Platz.  Der weltberühmte Sohn Brüggens Gottfried von Cramm war als Einkäufer von ägyptischer Baumwolle unterwegs, die er für seinen Großhandel in Hamburg benötigte, als sein Personenwagen von einem Lastkraftwagen seitlich gerammt wurde.  

Nach Überführung des Leichnams folgte ein bewegender Trauergottesdienst in der Bodenburger Johanniskirche mit anschließender Beisetzung auf dem Familienfriedhof der von Cramms in Oelber am weißen Wege.

Gottfried ist als drittältester von sieben Brüdern 1909 in Nettlingen geboren und in Brüggen aufgewachsen. Als Graf Ernst von Steinberg im Jahre 1911 verstarb, erbte dessen Tochter Jutta, verheiratet mit Dr. Burghard von Cramm, die Brüggener Besitzungen. Im Schlosspark spielte er Tennis mit Eltern und Brüdern und schon als 13 jähriger wollte er „World Champion“ werden. Tatsächlich war er der erste Deutsche, der das Finale von Wimbledon erreichte. 1933 gewann Gottfried von Cramm gemeinsam mit Hilde Krahwinkel das gemischte Doppel in Wimbledon. 1935 bis 1937 stand er jeweils im Endspiel, gewann aber nie den Einzeltitel. Fairplay und Respekt vor dem Gegner waren ihm wichtiger als der Sieg. Der Stil, in dem er verlor, macht ihn viele Jahre später zum Gewinner. Er wird posthum im Jahr 2008, 32 Jahre nach seinem Tod, in die Ruhmeshalle des deutschen Sports in Berlin aufgenommen. Außer von Cramm sind dort noch aus der Sparte Tennis Cilly Aussem, Boris Becker, Steffi Graf und Michael Stich vertreten.

Immer wieder triumphierte der Tennisbaron mit seinem Fairplay, seiner Haltung und seinem vorbildlichen Tennisspiel. Im Juli 1937 stand von Cramm im Endspiel dem US-Amerikaner Donald Budge gegenüber, der ihn wie folgt lobte: „Er spielt schönes, einfach beneidenswertes Tennis. Das war ihm wichtiger als der Sieg“.

Sein letztes Davis-Cup-Match bestreitet von Cramm 1953. Seine Bilanz: 82 Siege in 102 Matches. Er war der erfolgreichste deutsche Tennisspieler der 30er bis 50er Jahre des letzten Jahrhunderts und war in seiner Popularität vergleichbar mit der Boxlegende Max Schmeling.

Wie in jedem menschlichen Leben lagen auch bei Gottfried von Cramm Freude und Leid dicht beieinander. Die Nazis machten ihm das Leben schwer, denn er konnte ihnen nichts abgewinnen. Er wurde wegen Homosexualität verhaftet, durfte kein Offizier werden und scheiterte in zwei Ehen. Er war geachtet und hatte weltweit Freunde, er spielte zum Beispiel in Stockholm auch Tennis mit dem schwedischen König Gustav V. und erhielt höchste deutsche Auszeichnungen für seinen Sport. Mehrere Straßen sind nach ihm benannt und Biographien wurden über von Cramm geschrieben.

Unter den zahlreich, interessierten Besuchern am Sonntag war auch die ehemalige Sekretärin Margret Behre aus Adenstedt. Margret Behre war von 1976 bis 1978 bei Siegfried von Cramm in Bodenburg im Sekretariat tätig. Von 1980 bis 20012 arbeitete sie als Sekretärin bei Burghard von Cramm in Bodenburg.

Quelle LDZ - Text und 1 Foto: Rolf Ike

 


 

 

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Allgemeine Informationen

Sie finden das Heimatmuseum neben der Kirche, Hohle Str. 2, 31033 Brüggen
 
Das Heimatmuseum wurde im Oktober 2001 eröffnet, nachdem Werner Sührig mit Wirkung vom 01. Januar 2001 zum ehrenamtlichen Heimatpfleger der Gemeinde bestimmt wurde. Seit der Eröffnung fanden über 15 Sonderausstellungen in den Räumlichkeiten statt. Davon war die über den Tennisbaron Gottfried von Cramm, der in Brüggen seine Kinder- und Jugendzeit verlebte, die erfolgreichste.
 
Leiter des Heimatmuseums:
  
Werner Sührig, An der Beeke 17, 31028 Gronau, Telefon: 05182 - 529 911



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